Metalbands rockten die Hasseler Turnhalle
Am Samstag; 18.12.2010, gestaltete der Verein Kult4Ju in Hassel ein etwas unkonventionelles Weihnachtskonzert. Dank saarländischer Rock- und Metalgruppen wurde es laut und schrill, und das junge Publikum war begeistert.
Hassel. Turnhallen haben ihren eigenen "Charme" - besonders bei Rockkonzerten. Das war in den Siebzigern so, als in Turnhallen mangels anderer geeigneter Räumlichkeiten gerockt wurde, wie auch heute, wo sich keine Kommune mehr Veranstaltungshallen leisten kann. Die alte Turnhalle in Hassel macht da keine Ausnahme. Katastrophale Akustik, der Geruch nach Bohnerwachs, Schweißfüßen und dem unterschwelligen Gefühl, beim Rauchen auf den Schultoiletten erwischt zu werden.
Denkt man sich alle diese Umgebungsvariablen aber weg, so war der vom Verein Kult4Ju angesetzte Christmas-Rock in der Turnhalle am vergangenen Samstag schon etwas Genaues. Das Line-up liest sich wie das "Who is who'' der saarländischen Rockszene, und mit Srained gab es dann zum Ende noch eine Lehrstunde für so manchen Youngster in der Metal-Szene, die keineswegs schlecht, ja teilweise sogar richtig gut agierten, aber aufgrund des Alters ihre Stilrichtungen wohl eher von Youtube kennen, während die Meister von Srained altersmäßig auch schon mal die "Rock-Opas" von Metallica oder Iron Maiden live erleben konnten - das prägt und das hört und fühlt man. "Metal is Religion'' - so der Spruch auf einem Sweatshirt eines Besuchers und wahrlich - die Bands wurden teilweise zurecht angehimmelt von ihren Fans. Je nach Band und Groupies waren zeitweise mehr als hundert Rockfans in der "Halle" anwesend.
Florian Jung und Sebastian Latz mit ihrem Team von Kult4Ju zeigten zufriedene Gesichter, und die wummernden Bässe und die gekonnt gezerrten Gitarrensoli ließen die Glocken der Hasseler Kirche klingen - es kam Weihnachtsstimmung auf.
Nur mit "etwas" härteren Klängen, "etwas" anderer Kleidung, und die Texte der Weihnachtslieder waren zeitweise auch nicht immer jugendfrei. Alles in allem eine Veranstaltung, die zu diesem Zeitpunkt, unter dieser Regie und mit diesem Inhalt es verdient, Tradition zu werden - wie Weihnachten. Die übrigen Bands des Abends waren Restless, Everyday Circus, Autumnigh und Johnboy. Bub
Saarbrücker Zeitung, St. Ingbert
Beitrag vom 20.12.2010
28. Februar 2011 | Von Frank Speckhard
Wuchtige Hiebe
Heavy Metal: Die Cover-Band „Srained“ bringt harte Rhythmen in den Weinhof Reinheim
REINHEIM.
Am Samstagabend wird der gut gefüllte Reinheimer Weinhof zu einer Pilgerstätte für Fans der harten musikalischen Gangart. Denn mit dem „Blind Guardian“-Song „Valhalla“ hat die saarländische Cover-Band „Srained“ eine melodische Speed-Metal-Granate im Gepäck. Bei diesem Song kann Sänger Frank Beck die Stärken seiner klassisch geschulten Stimme zeigen: Er zelebriert mit geschlossenen Augen jede Note.
Ansonsten treibt im kompakten Set der 2007 gegründeten Band der Rhythmus voran. Nicht umsonst hat sich der flotte Fünfer den Schlachtruf „No Fucking Ballads“ auf die Fahnen geschrieben. „Srained“ - nach dem saarländischen Slang für „es regnet“ - huldigt den Heroen des „New Wave of British Heavy Metal“. Höhepunkt dieser Bewegung waren die achtziger Jahre mit Bands wie „Saxon“ oder „Iron Maiden“, und „Srained“ kommen nicht umhin, dem Publikum (in dem vereinzelt auch Kuttenträger zu sehen sind) einige Klassiker von „Iron Maiden“ um die Ohren zu hauen. Bei „Fear of the Dark“ kocht die Stimmung, unisono erschallt die Titelzeile aus begeisterten Kehlen.
Der charismatische Frontmann Frank Beck schürt diese rockende Glut mit launigen Ansagen. Aber auch die anderen Bandmitglieder tragen zum Gelingen des Abends bei: Der erst sechzehnjährige Schlagzeuger Norman Steißlinger bearbeitet mit wuchtigen Hieben die Felle seines Instruments wie ein Berserker, Leadgitarrist Michael Müller überzeugt mit punktgenauen Soli.
Mal sägt er sich durch „Judas Priest“-Klassiker wie „United“ oder „Grinder“, mal gibt er sich mit rasenden Läufen beim „Running-Wild“-Cover „Riding The Storm“ dem Geschwindigkeitsrausch hin. Daneben steht der lässige Gitarrist Christian Lautemann, der zusammen mit dem nicht minder stoischen Bassisten Thomas Weber den Gruppensound mit erdigen Klangfarben grundiert.
Beeindrucken kann „Srained“ auch mit gelungenen mehrstimmigen Gesangspassagen bei Songs wie „Heaven and Hell“ von „Black Sabbath“ oder „Balls to the Wall“ von „Accept“. So verwundert es nicht, dass die Zuhörer nach über zwei Stunden schweißtreibender Show nach Zugaben verlangen.
Mit „Seek and destroy“ von „Metallica“, „Madhouse“ von „An thrax“ und dem unverwüstlichen „Ace of Spades“ von „Motörhead“ verabschieden sich die Saarländer gebührend von den Heavy-Metal-Fans im Weinhof.